Neues Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz:Der Pastorale Raum hat sich zu einem Studientag getroffen

Herausforderungen für die katholische Kirche
Auch wenn es bisher „nur“ ein Entwurf ist und dieser noch nicht rechtskräftig beschlossen wurde, wird die katholische Kirche in Rheinland-Pfalz vor neuen Herausforderungen und Chancen im Umgang mit Tod und Trauer stehen. Der Entwurf für ein neues Bestattungsgesetz sieht neue Formen der Bestattung vor, die auch Grenzen für die traditionelle kirchliche Praxis mit sich bringen. Dies hat das Leitungsteam des Pastoralen Raumes Cochem-Zell zum Anlass genommen einen Studientag unter dem Thema „Der Entwurf des neuen Bestattungsgesetzes – Austausch – Information – Orientierung und Umgang“ anzubieten. Eingeladen waren alle hauptamtliche pastorale Mitarbeiter*innen, Pfarrer, Pfarrsekretärinnen und eine Ehrenamtliche im Beerdigungsdienst. Die Tatsache, dass fast alle Eingeladenen gekommen sind, zeigt, wie wichtig das Thema und der Umgang damit ist. Als Referenten für den Studientag waren eingeladen Herr Stefan Nober und Herr Jürgen Burkhardt (Bischöfliches Generalvikariat; Team Diakonische Pastoral; Fachgruppe Bestattungsdienst im Bistum Trier).
Die neuen Bestattungsformen auf einen Blick
- Verstreuung der Asche auf dem Friedhof
- Verstreuung der Asche außerhalb des Friedhofs
- Aushändigung der Ascheurne zur privaten Aufbewahrung
- Aushändigung von Teilen der Asche zur würdevollen Weiterverarbeitung
- Flussbestattung vom Schiff aus auf Rhein, Mosel, Lahn und Saar
Nähere Infos zum Entwurf des neuen Bestattungsgesetzes finden Sie unter: dokumente.landtag.rlp.de/landtag/drucksachen/12058-18.pdf oder
www.bistum-trier.de/bestattung
„Aufgabe der Kirche: Menschen in Erfahrungen von Tod und Trauer begleiten“
Nach einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem, was für jede und jeden Einzelnen zum Grundverständnis einer kirchlichen Bestattung gehört und der anschließenden inhaltlichen Untermauerung, war allen schnell klar: „Auch wenn die neuen Bestattungsformen eine Herausforderung für die katholische Kirche darstellen, dürfen und möchten wir die Menschen in Zeiten von Tod und Trauer nicht alleine lassen und ihnen dennoch beistehen.“ Nach dieser Auseinandersetzung und dem Austausch im Plenum dazu, stellte Stefan Nober die neuen Bestattungsformen kurz vor. Bereits nach einigen Minuten erhöhte sich die „Murmelfrequenz“ extrem, da die neuen Bestattungsformen viele Fragen aufwerfen. Trotz aller Nachfragen und Unsicherheiten, herrschte von Anfang an große Einigkeit darüber, dass es an uns und an der Kirche liegt, Möglichkeiten des Umgangs mit den neuen Formen zu finden. Ein „da machen wir nicht mit“ war in keinem Augenblick zu hören. Und nach verschiedenen Rückmeldungen war schnell klar: Auch bei den neuen Bestattungsformen wird und muss es Möglichkeiten geben, den Gläubigen beim Abschied eines geliebten Menschen von Seiten der katholischen Kirche beizustehen und sie zu begleiten.
Fazit des Studientages
In der Konferenz der Hauptamtlichen am 02.09. wird miteinander besprochen, wie wir im Pastoralen Raum Cochem-Zell mit der immer pluraler werdenden Bestattungskultur umgehen und wie wir es auch schaffen die verschiedenen Formen mit all ihren Möglichkeiten und Grenzen den Gläubigen gut näher zu bringen. Hilfreich bei dieser Beratung wird die demnächst veröffentlichte Handreichung des Bistum Triers zum Umgang mit den neuen Formen sein, auch wenn der Gesetzesentwurf noch nicht rechtskräftig beschlossen ist.