Die Würde des Menschen ist unantastbar:Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2026, 18:00 Uhr am Mahnmal für die deportierten und ermordeten NS-Euthanasie-Opfer von Kloster Ebernach in Cochem-Sehl, Bruder Maximilianstr.

199 Bewohner des Kosters Ebernach in Cochem-Sehl wurden im Mai 1943 in das galizische Kulparkow im damals von Nazi-Deutschland besetzten Polen deportiert, wo sie gewaltsam ums Leben kamen. Ende des Jahres 1943 zwangen Nationalsozialisten die Franziskanerbrüder dazu, Räumlichkeiten im Kloster Ebernach freizumachen für die Fach- und Zwangsarbeiterinnen in der Rüstungsindustrie im Treiser Tunnel zwischen Bruttig und Treis.
Franziskanerbruder Michael Rüdin wird auf die Geschichte eingehen.
Schüler und Schülerinnen des Martin-von-Cochem-Gymnasiums, mit ihren Lehrern S. Beise und S. Baumer, werden 199 Namen der ehemaligen Bewohner nennen. Holztäfelchen mit dem Aufdruck “Würde unantastbar” stehen für die Würde jedes Einzelnen.
Landrätin Anke Beilstein wird zum Gedenken eine Ansprache halten.
Zu dieser Gedenkstunde laden Kirchen- und Synagogengemeinden ein, um an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Verfolgung und Ermordung von Millionen Menschen durch die Nazis zu erinnern. Sechs Millionen Juden wurden gewaltsam ums Leben gebracht sowie weitere fünf Millionen Menschen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, politischen Einstellung, religiöser Überzeugung, sexuellen Orientierung oder wegen Krankheit und wegen körperlicher oder geistiger Behinderung.
Anlass des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar ist die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Auschwitz steht heute weltweit als Symbol und Synonym für die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen, insbesondere den massenhaften und systematischen Mord an Jüdinnen und Juden. In Lemberg lebten 1941 150 000 Juden und Jüdinnen, 1945 nur noch eine verschwindend kleine Zahl.
In der 1875 während der k.u.k. Monarchie errichteten galizischen “Landes-Irrenanstalt” Kulparkow, die 1939 zum von der Sowjetunion besetzten Polen (heute Ukraine) gehörte, wurden mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion ab 1941 2000 Bewohner ermordet.
Die Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus umfassen die systematische Ermordung von etwa 200.000 bis 300.000 überwiegend stationär untergebrachten Menschen mit vermeintlich unheilbaren körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen ab 1939 im Nationalsozialistischen Deutschland und in den annektierten Gebieten.
Die Opfer mahnen: die Würde des Menschen ist unantastbar (GG Artikel 1)
Veranstalter:
Pastoraler Raum Cochem-Zell Arbeitsbereich Erinnerungskultur
Jüdische Kultusgemeinde Koblenz