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Buchvorstellung - Freitag, 16. Oktober 2026, 18.30 Uhr, TreffPunkt Zell, (Schlossstraße 22, 56856 Zell/Mosel):„MoselbrasilianerInnen – Migration: Weggehen, Ankommen, Gestalten“

MoselbrasilianerInnen! Gaby Küppers und Gert Eisenbürger stellen ihr neues Buch vor. Sie erfahren, wie im 19. Jahrhundert Menschen von der Mosel nach Brasilien auswanderten.
Moselbrasilianer
Datum:
14. Sept. 2026
Von:
Silke Kruse

In einer Zeit, in der Migration weltweit ein Thema ist und vor allem als Problem wahrgenommen wird, berichtet das Buch „MoselbrasilianerInnen“ darüber, dass Mitte des 19. Jahrhunderts Hunderte von Familien aus Briedel, Pünderich, Merl, Reil, Zell und weiteren Gemeinden aus unserer Region nach Brasilien ausgewandert sind, um der Armut an der Mosel zu entkommen.

Bei der Veranstaltung im TreffPunkt werden die AutorInnen Gaby Küppers und Gert Eisenbürger davon erzählen, wie Moselaner und Moselanerinnen, die als Wirtschaftsflüchtlinge – meist mittellos – in ein für sie völlig fremdes Land kamen, sich ein neues Leben aufbauten. Die damalige Regierung Brasiliens bot ihnen eine wirtschaftliche Perspektive, nämlich Land, das sie bearbeiten konnten. Und so wurden sie und ihre Nachfahren und Nachfahrinnen in Brasilien heimisch, leisteten ihren Beitrag zur Entwicklung der neuen Heimat, und einige schrieben sogar Geschichte.

Im Buch „MoselbrasilianerInnen“ werden die Bedingungen der Auswanderung beschrieben und die vielen Hürden, die dafür überwunden werden mussten. Beschrieben werden die Überfahrt auf überfüllten Schiffen, die manche nicht überlebten, und  das schwierige Einleben in einem Land, wo Natur und Klima so ganz anders waren, als an der Mosel. Und es werden einige von denen vorgestellt, deren Namen im 20. Jahrhundert in Brasilien bekannt wurden. Dazu gehören unter anderem Kardinal Paulo Evaristo Arns (Vorfahren aus Pünderich und Reil), der Befreiungstheologe, der sich mutig gegen die Militärdiktatur in Brasilien gestellt und die Menschenrechte verteidigt hat, seine Schwester, die Ärztin Zilda Arns, die das größte Kinderhilfswerk Lateinamerikas aufgebaut hat, Aloys Friederichs (Vorfahren aus Zell-Merl), der als „Turnvater“ Südbrasiliens gilt und sich um die Förderung des Breitensports in Brasilien verdient gemacht hat, João Edmundo Bohn (Vorfahren aus Zell), der die Fabrikation von Tasteninstrumenten (Harmonium und Orgel) in Brasilien etabliert hat, oder Arno Preis (Vorfahren aus Briedel und Schweich), der im Widerstand gegen die brasilianische Militärdiktatur aktiv war, 1972 von den Militärs ermordet und nach der Wiederherstellung der Demokratie 1994 mit einem Staatsakt im brasilianischen Parlament gewürdigt wurde.